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Pressemitteilung - ‚Forum für mehr Integration’ e.V. – Frankfurt/Main
April 2012 – Interkulturelle Kompetenz von Lehrkräften
In den Schulen und Ausbildungsstätten Hessens findet sich heute eine große kulturelle Vielfalt unter den Schülerinnen und Schülern. Dies stellt hohe Anforderungen an die Lehrer und Ausbilder. Der Ruf nach interkultureller Kompetenz wird daher immer lauter! Dem ging die Debatte des ‚Forum für mehr Integration‘ am 19.April 2012 im ‚Club Voltaire‘ nach. ‚Zwei von drei Kindern, die in Deutschland geboren werden, haben einen Migrationshintergrund. Es gibt 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche, die selbst oder deren Eltern nicht in Deutschland geboren wurden. Die meisten von ihnen werden keinen oder einen schlechten Schulabschluss machen. Die Wiederholungsrate ist doppelt oder viermal so hoch wie bei Kindern ohne Migrationshintergrund‘; so eine Studie der Uni Duisburg-Essen. Die Moderatorin Theresa Falke fragte nach den Gründen dafür. Herr Bülent Ersoy, der Gastredner der Debatte, hob hervor, dass das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland ein wichtiger Faktor für die fehlenden oder schlechten Schulabschlüsse von Menschen mit Migrationshintergrund sei. Aus seiner Erfahrung als Schulberater und Projektkoordinator im ‚Verein für Kultur und Bildung – KUBI‘ e.V. - einer Initiative, die seit 1993 in Frankfurt für die schulischen und beruflichen Integrationschancen von jungen Menschen eintritt – belegte er dies an praktischen Beispielen. Er verwies auf Staaten wie Finnland, wo Schüler viel länger in gemeinsamen Klassen bleiben. Damit hätten auch die Schüler mit Sprach- oder anderen Lernschwierigkeiten bessere Bildungschancen.
Daneben aber, so Herr Ersoy, spielte aber auch das Verhältnis der Eltern zur Schule und den Lehrern eine zentrale Rolle. Eltern, die nicht in Deutschland geboren seien, würden sich oft wenig aktiv in die Schulerziehung einbringen. Das habe mit Schau oder Desinteresse, aber auch den Schulsystemen der Herkunftsländer zu tun. Eine Teilnehmerin der Diskussion zeigte dies am Beispiel einer aus Afrika stammenden Mutter auf: ‚Sie ging immer davon aus, dass die Lehrer für die Schulerziehung ihrer Kinder zuständig waren. Sie kannte es aus ihrem Herkunftsland nicht, dass sich Eltern einbringen können. Dass es Elternabende gibt oder erwartet wird, dass sich Eltern um die Hausaufgaben kümmern, war ihr fremd‘. Klar wurde in der Debatte aber ebenfalls, dass auch diese Eltern ihrer Verantwortung nachkommen müssen. So seien, dies bestätigten anwesende Lehrer, fehlende deutsche Sprachkenntnisse oft ein Hindernis. Aber auch mehr Wertschätzung für die Herkunftssprache der Schüler mit Migrationshintergrund wurde thematisiert. Denn dass diese in der Schule keine ‚Wertschätzung‘ für ihre türkische oder sonstige Sprachkompetenz erlebten, könne zur Verunsicherung führen. Umso wichtiger, so die Debatte, sei daher die verbindliche Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Lehrkräfte.
Der ‚Club Voltaire‘ und das ‚Forum für mehr Integration‘ werden 2012 weiter monatlich gemeinsame Veranstaltungen rund um das Thema ‚Integration‘ durchführen. Der nächste Veranstaltungstermin ist Donnerstag, der 17. Mai 2012. Dabei wird das Thema ‚Lippenbekenntnisse und Realität in der Integrationspolitik‘ im Mittelpunkt stehen. Die Information zu dieser und den weiteren für 2012 geplanten Veranstaltungen finden sich unter www.opendiscussionforum.com und www.club-voltaire.de.
Frankfurt/Main, 19.04.2012 - Das Team ‚Forum für mehr Integration‘ e.V.
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