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20 Mai 2010 – ‚Wir uns sie: Bilder von Fremden in den Medien‘ PDF Print
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Pressemitteilung - ‚Forum für mehr Integration’ e.V. – Frankfurt/Main

 

Mai 2010 – ‚Wir uns sie: Bilder von Fremden in den Medien‘

 

‚Wir können nicht vorurteilsfrei sein, aber wir sollten uns unserer Vorurteile immer bewusst sein‘. Dies war ein Fazit einer öffentlichen Diskussion zu Stereotypen in den Medien, die am 20.05.2010 im Frankfurter ‚Club Voltaire’ stattfand. Die Veranstalter waren der ‚Club Voltaire‘ und die Initiative 'Offenes Diskussionsforum' des 'Forum für mehr Integration’ e.V. In ihrer Einleitung wies die Moderatorin Lynda Hamelburg auf den großen Einfluss der Medien auf die gegenseitige Wahrnehmung von Migranten und Deutschen hin: ‚Durch die Art und Weise, wie Menschen in den Medien dargestellt werden, entstehen Stereotype und Klischees in unseren Köpfen. Diese wollen wir heute reflektieren‘. 

 

Dazu lud als der Gastredner Prof. Dr. Thomas Kunz von der Fachhochschule Frankfurt/Main das zahlreiche Publikum auf eine ‚Deutungsreise‘ ein. Anhand von Titelseiten und Bildern aus Zeitschriften wie ‚Fokus, ‚Stern‘ oder ‚Spiegel‘ zeigte der Politikwissenschaftler, wie Hautfarbe, andere Körpermerkmale oder Kleidung in den Printmedien eingesetzt werden, um bestimmte Menschengruppen wie ‚Muslime‘ oder ‚Afrikaner‘ als fremd, anders oder sogar bedrohlich zu präsentieren. Diese Darstellungen, so Prof. Kunz, prägen den Rahmen in Deutschland für das Zusammenleben und die Integration entscheidend mit. Es entstehe der Eindruck einer Mehrheitsgesellschaft mit Merkmalen wie weißer Hautfarbe oder deutscher Herkunft und Sprache, die die Regeln des Zusammenlebens festlege. Dabei seien  gerade in Städten die Menschen mit Migrationshintergrund zahlenmäßig manchmal keine Minderheit mehr: ‚Wenn wir über ‚Wir‘ in Deutschland sprechen, müssen wir anerkennen, dass oft eine Mehrheit der Menschen einen Migrationshintergrund hat‘, so Prof. Kunz.  

 

Die zweite Gastrednerin, die freie Journalistin Khola Maryam Hübsch, verdeutlichte die Schaffung von negativen Klischees noch einmal am Beispiel der Darstellung muslimischer Frauen in den Printmedien. Dabei war überraschend, dass auch eigentlich weltoffene Zeitungen wie ‚Die Zeit‘ oder FAZ oft stereotypische Darstellungen verwenden. Muslimische Frauen, so zeigte Frau Hübsch an Beispielen, werden in einem Spektrum präsentiert, welches von schwach oder unterdrückt bis hin zu fundamentalistisch oder extremistisch reicht. In der Diskussion mit dem Publikum wurde klar, dass sich solche Muster auch in Jugendzeitschriften wie ‚Bravo‘, TV-Serien wie dem ’Tatort‘ oder im Liedergut finden.

Wie kann sich dies ändern, ist die Frage. Die Antwort der Gastredner und des Publikums: ‚Mehr Menschen mit Migrationshintergrund in die Redaktionen der Zeitungen und Zeitschriften, in die Produktionsteams der gängigen TV Shows und Serien, oder als Darsteller im Fernsehen und Musiker. Aber auch mehr kritische Reflektion dessen, was wir jeden Tag in den Medien lesen, hören und sehen‘.        

 

Der ‚Club Voltaire‘ und das ‚Forum für mehr Integration‘ werden 2010 auch weiter gemeinsame Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Politik und der Integration durchführen. Der nächste Veranstaltungstermin ist Donnerstag, der 17. Juni 2010, zum Thema: Die Scham vor der eigenen Identität – Wie Schwarzafrikaner ihre eigene Identität in Deutschland verleugnen. Mehr Informationen dazu finden sich unter www.opendiscussionforum.com  und www.club-voltaire.de.

Frankfurt/Main, 20. Mai 2010 - Das Team des Forums für mehr Integration e.V.

 

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